Warum die Lagerung von Medikamenten so wichtig ist

Viele Menschen schenken der Aufbewahrung von Arzneimitteln kaum Beachtung. Dabei kann eine falsche Lagerung dazu führen, dass Wirkstoffe zerfallen, Keime sich vermehren oder chemische Reaktionen einsetzen, die ein Medikament gefährlich machen. Die richtige Aufbewahrung ist daher kein Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für sichere und wirksame Behandlung.

Temperatur ist der wichtigste Faktor

Die meisten Medikamente sollten bei Raumtemperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius gelagert werden. Wärme beschleunigt den chemischen Abbau vieler Wirkstoffe erheblich. Das Badezimmer, das in Deutschland besonders beliebt als Aufbewahrungsort für Arzneimittel ist, eignet sich aus diesem Grund kaum: Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen durch Duschen und Baden setzen vielen Präparaten zu.

Einige Medikamente erfordern dagegen Kühlung, beispielsweise zwischen 2 und 8 Grad Celsius. Insulin, bestimmte Augentropfen oder Zäpfchen gehören häufig dazu. Die Aufschrift auf der Verpackung oder der Beipackzettel geben genaue Auskunft.

Licht und Feuchtigkeit als unterschätzte Risiken

Viele Wirkstoffe reagieren empfindlich auf Lichteinstrahlung. Braunglasbehälter oder lichtundurchlässige Verpackungen schützen den Inhalt gezielt vor dieser Einwirkung. Sobald ein Medikament aus seiner Originalverpackung genommen und dauerhaft dem Licht ausgesetzt wird, kann der Wirkstoffgehalt sinken.

Feuchtigkeit ist ein weiteres Problem. Sie kann Tabletten brüchig machen, die Beschichtung von Kapseln angreifen oder bei Pulvern zur Verklumpung führen. Wer Tabletten in einem feuchten Raum aufbewahrt, riskiert eine veränderte Wirkstofffreisetzung.

Medikamente und Kinder

Alle Arzneimittel gehören außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt. Kindersichere Verschlüsse bieten zwar eine Barriere, sind aber kein vollständiger Schutz. Ein abschließbares Schränkchen im Schlafzimmer oder ein Regal, das für kleine Kinder nicht erreichbar ist, ist die sicherere Lösung.

Vergiftungen durch Medikamente zählen zu den häufigsten Unfällen bei Kindern unter fünf Jahren in Deutschland.

Was tun mit alten oder abgelaufenen Medikamenten?

Abgelaufene Medikamente sollten nicht im Hausmüll oder in der Toilette entsorgt werden, da Wirkstoffe ins Grundwasser gelangen können. Viele Apotheken nehmen alte Arzneimittel zurück und sorgen für eine sachgerechte Entsorgung. In einigen Kommunen gibt es zudem spezielle Sammelstellen für Altarzneimittel.

Der Beipackzettel als wichtigste Informationsquelle

Alle Lagerungshinweise sind im Beipackzettel oder auf der Verpackung vermerkt. Wer diese Angaben konsequent befolgt, trägt wesentlich dazu bei, dass Arzneimittel ihre volle Wirksamkeit behalten. Im Zweifelsfall berät die Apotheke schnell und unkompliziert.